Schloss Hirschhorn

Die "Herren vom Hirschhorn" begannen um 1250 mit dem Bau der eindrucksvollen Burganlage, die sie entsprechend ihrem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufstieg als Zentrum ihrer Herrschaft in den folgenden Jahrhunderten ausbauten und sie auch jeweils dem aktuellen militärtechnischen Stand anpassten.

Ansichten

Die spätstaufische Burg wurde mit quadratischem Grundriss als Hangburg errichtet. Bergseitig war sie durch einen ca. 16 Meter tiefen Halsgraben abgesetzt. Die mächtige Schildmauer, eine der stärksten der Neckartalburgen, hat sich bis heute erhalten. In ihrem Schutz standen die ersten Bauten, von denen sich Reste des Torturmes und eines frühgotischen Wohnturmes im heutigen Palasgebäude erhalten haben.

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Burg weiter ausgebaut, vor allem im Hinblick auf die aufkommenden Feuerwaffen. Mit ihren ausladenden Vorburganlagen war sie damals die militärisch modernste Burg im Neckartal. Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgte der Umbau zum Renaissanceschloss mit der Errichtung des sogenannten Hatzfeldbaues als neuen Palas neben dem älteren. Zusätzlich wurden terrassierte Gärten angelegt wie auch mehrere Wirtschaftsgebäude, darunter das malerische Pförtnerhäuschen des mittleren Burgtores errichtet.

Nach dem Tod des letzten Hirschhorner Ritters 1632 verfiel die Anlage rasch bis 1884 erste erhaltende Maßnahmen einsetzten. Als hier Hanauer und Heilbronner Turner im Juni 1849 im Rahmen der badischen Revolution die Neckarfront gegen vorrückende Truppen des  Deutschen Bundes erfolgreich verteidigten, war die Burg nochmals Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen.

Vom Reichtum und der Macht des alten Rittergeschlechtes zeugt auch heute noch die Schlossanlage. Von hier hat man einen herrlichen Blick ins Neckartal, zugleich findet sich hier ein Ausgangspunkt für  schöne Wanderungen längs der Neckarschleife. Als Gast kann man sich im Schlosshotel verwöhnen lassen oder auf der Burg stattfindende Veranstaltungen besuchen. Die alte Burgkapelle mit ihren wertvollen Fresken aus dem 14. Jahrhundert, die heute als Trauzimmer des Hirschhorner Standesamtes genutzt wird, bietet ein einmaliges unübertroffenes Ambiente. 

Text: Dr. Ulrich Spiegelberg