Luisa Schmeisser und Christoph Anschütz - 16.8. - 22.9.2014

 

Unter dem Motto "KIR" - Kunst im Rathaus stellen sich in der Zeit vom 16. August bis 22. September 2014 zwei weitere Künstler vor:

 

und

 


Vernissage - „layover“ - mit Luisa Schmeisser und Christoph Anschütz

Bei der Vernissage in der Mark Twain Stube konnte Stadtrat Willi Dreher in Vertretung des urlaubenden Bürgermeisters zahlreiche Kunstfreunde begrüßen.

In einem Grußwort bekannte sich Rainer Sens zu Kunst und Kunstförderung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Für ihn ist Kunst Teil eines lebendigen Gemeinwesens.


In seiner Laudatio nannte der Speyerer Kunsthistoriker Christopher A. Kerstjens das Motto der Bronzefische von Christoph Anschütz „Aus der Tiefe schöpfen“. Seine rätselhaften Tiefseegeschöpfe- in großer Zahl auf dem Boden der Mark Twain Stube verteilt- bestehen aus patinierter Bronze.

Anschütz nennt sie auch „Boojun“, nach Lewis Carolls Ballade „The Hunting of the Snark“, eine Allegorie über das Streben nach Glück. Das Mysterium der tiefsten Tiefen der Ozeane, das Unsichtbare sichtbar zu machen, fasziniert Anschütz.

Der junge Künstler, Jahrgang 1982, sieht es als Aufgabe, nicht nur das naturwissenschaftlich, rational Erfassbare zu zeigen, sondern vor allem das metaphysische Sichtbarmachen tieferer Wahrheiten. Seine Sehnsucht nach der Erkundung des Unerkundbaren belegen auch die grotesken Körperformen der ausgefransten, zerknitterten Bronzefische ohne Köpfe und Flossen.

Im Zwiespalt zwischen Bedauern und Bewahrung ewiger Schönheit aus der Tiefe, versteht Kerstjens die Fische von Christoph Anschütz als Metapher für das
Wesen der Kunst.

Luisa Schmeisser, Jahrgang 1989, Tochter des Hirschhorner Kunstmalers Ludwig Schmeisser, Trägerin des Kulturpreises der Stadt Eberbach, zeigt in der Ausstellung die Vielfalt ihrer Techniken und Themen. In ihren Arbeiten sucht sie nach komplexen Systemen in der Natur, Phänomene der Transformation, der Stille und der
Kontemplation treffen aufeinander.

Dominierende Arbeiten in der Mark Twain Stube sind zwei großformatige Scherenschnitte, insbesondere der beeindruckende „Hochofen“. Ihre zarten
Bleistiftzeichnungen, fragmentarische Zusammenstellung von Landschaftsausschnitten, erscheinen wie „mental maps“.

Auf den „Landkarten“ der Kartografin Luisa Schmeisser fehlen Straßen oder
Flüsse, vielmehr wandelt der Betrachter durch bekannt wirkende, doch surreale Gehirnkarten. Vor den Zeichnungen liegen Porzellanblätter wie hauchdünne Flügel von Vögeln. Das Material stellt die Künstlerin selbst her.


Kerstjens sieht, im Zeitalter der Smart Phones und What´s Apps, die Positionen der jungen Künstler Christoph Anschütz und Luisa Schmeisser von allerhöchster Brisanz und Aktualität. Die Auseinandersetzung mit Werden und Vergehen, Sein und Nichtsein, Finden und vergeblicher Suche findet er aktueller denn je.

Maria Lechner (Cello) und Theresa Lechner (Violine) bereicherten die Vernissage musikalisch.

(veröffentlicht in RNZ am 18.8.2014 - Verfasserin: Christina Huillier)

Ein Besuch der Ausstellung , die noch bis 22. September 2014 während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen ist, lohnt sich auf jeden Fall!

 

Öffnungszeiten Rathaus:

Montag und Mittwoch
8.00 - 12.00 und 13.30 - 15.30 Uhr

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Donnerstag
8.00 - 12.00 und 13.30 - 17.30 Uhr

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Freitag
8.00 - 12.30 Uhr

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Dienstag
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