Hochwasser

Hochwasser

Hirschhorn kann man eigentlich schon als Hoch-wasserstadt bezeichnen.

Bereits 1529 lief das Wasser über die Stadtmauer und 1651 durch die Schießscharten. 1784 wurden diese Höhen noch übertroffen. Laut der Kloster-chronik stand das Wasser in der Kirche auf der Höhe des Hochaltars (den Kirchenrechnungen nach wurden aber keine Figuren oder Bilder beschädigt). Das Wasser drang damals rasch und mitten in der Nacht in das Städtchen. Die Einwohner und Tiere wurden mit Kähnen gerettet. Bei der Reinigung der Stadt von Schmutz und Holzmassen halfen die Bauern der Umgebung. 1817 war der Wasserstand ähnlich hoch wie 1651.

Das schlimmste dokumentierte Hochwasser ist das von 1824. Im Oktober stieg nach anhaltenden schweren 36-stündigen Regenfällen innerhalb von 24 Stunden der Neckar auf immense Höhe. Mehrere Gebäude wurden weggerissen, sämtliche Häuser in den unteren Straßen waren bis ans Dach mit Wasser gefüllt. 14 Familien wurden obdachlos. Das Wasser reichte bis an die Fenster der Marktkirche.

Durchschnittlicher Abfluss des Neckars: 135 Kubikmeter/sec (niedrigster Wert 1966 –18,4 cm/sec), bei Hochwasser: 1882 24x mehr = ca. 3200 cm/sec, 1824 36 x mehr = 4600 cm/sec. Andere Hochwasser liegen bei ca. 1900-2500 cm/sec. Bezogen auf den Niedrigwert: 163x (1882), 245x (1824).

Die großen Hochwasser haben an den einzelnen Neckartalorten zusätzlich lokalen Charakter, es gibt auch Hochwasserkatastrophen, die sich vor allem auf den Unter- oder Oberlauf beschränken. Größen, die das begünstigen, sind die örtlichen Verhältnisse wie Talstruktur, Ablaufmöglichkeit, Auffangmöglichkeit durch Auen sowie zusätzliche Wasserzufuhr der Bäche. Bei ersterem hat sich durch die Neckarkanalisation die Situation für Hirschhorn verschlechtert (Stadt gegenüber Steilufer, Wegfall der Ersheimer Halbinsel als Schwemmland), was erklären könnte, warum das Jahrhunderthochwasser 1993 im Vergleich zu benachbarten Orten höher war als das von 1882. Viele Hochwasser wurden auch durch den Zulauf der Hochwasser der Bäche bestimmt (z.B.1970).

Auch in der heutigen Zeit wird Hirschhorn nahezu jährlich von Hochwasser heimgesucht.

Letztlich ist es dem Hochwasser zu verdanken, dass die Stadtmauer stehen blieb. Wie nunmehr seit 600 Jahren schützt sie auch heute und zukünftig die Stadt vor den Launen und Gewalten des Neckars.